Das heute unter dem Begriff „Eiermann-Bau“ bekannte und zum großen Teil vom Apoldaer Architekten Hermann Schneider 1906/07 errichtete Bauwerk wurde 1938/39 von Egon Eiermann, einem der bedeutendsten deutschen Architekten der Moderne, erweitert. Das Gebäude stellt es wegen seiner Bauweise ein bemerkenswertes Zeugnis des modernen Industriebaus dar.

Die komplexe Sanierung unter strenger Beachtung denkmalpflegerischer Anforderungen, deren Primärphase nunmehr abgeschlossen ist, erfolgte mit dem Ziel, vielfältige Nutzungen im Saal im 3. OG für öffentliche/ private Veranstaltungen sowie den 3 Vollgeschossen mit je ca. 1.000 m² Nutzfläche für Gewerbe, Dienstleistung, Handwerk, Kunst und Ausstellungen zu ermöglichen.

Umsetzung:    Sanierung in 2 Phasen

  • Primärphase: Bauwerkssicherung und –erhalt (Bestandssanierung)
  • Sekundärphase: nutzerspezifischer Ausbau der Mietbereiche

Primärphase (aktuell)
Laufzeit:     11/2010 – 12/2011

Inhalte:     5 Bauabschnitte

Bauabschnitt I – Rohbauertüchtigung

  • Abbruch nicht mehr benötigter und nicht dem Denkmalschutz unterliegender Bauteile (alte Treppe am Eiermann-Teil, Pförtnerhaus am Schneider-Teil, alter Aufzugsturm mit Lastenaufzug und Nottreppe),
  • Errichtung neuer Eingänge einschl. 3. Fluchtweg in neuem Treppenhaus mit behindertengerechtem Aufzug,
  • Neue gedämmte Bodenplatte im EG,
  • Aufarbeitung der Originalfenster (ca. 90% von mehr als 300 Fenstern) sowie denkmalgerechter Nachbau,
  • Neuverlegung von Ver- und Entsorgungsleitungen einschließlich umweltverträglicher Regenentwässerung.

Bauabschnitt II – Fassadeninstandsetzung

  • Komplettsanierung der Fassade einschließlich Sanierung der Betonstützen und –riegel sowie teilweise Erneuerung von Brüstungen und Deckenbereichen unter ehemaliger Küche, Klinker- und Sockelbereiche,
  • denkmalgerechter Nach- und Neubau von Fenstern und Türen.

Bauabschnitt III – Technische Gebäudeausrüstung

  • Elektroinstallation einschließlich Brandmeldeanlage und Blitzschutz,
  • Vorbereitung Heizungsanlage,
  • Neubau sämtlicher WC-Anlagen einschließlich 3 behindertengerechter WC’s.

Bauabschnitt IV – Ausbau Teil I

  • Sanierung nutzerunabhängiger Bereiche mit den Gewerken Innenputz, Trockenbau, Tischler, Bodenbelag, Dachdecker (einschl. Dämmung des Daches über dem Schneider-Teil), Fliesenleger, Schlosser und Maler.

Bauabschnitt V – Außenanlagen

  • Pflasterarbeiten unter Verwendung von Originalpflastersteinen,
  • Begrünungen unter ökologischen und landschaftsgestalterischen Gesichtspunkten,
  • Bereitstellung von Parkplätzen (einschl. behindertengerechter Parkplätze in Aufzugsnähe),
  • Außenbeleuchtung mit speziell für den Eiermann-Bau entworfenen Mastleuchten, die gleichzeitig der Videoüberwachung dienen.

Sekundärphase (nutzerspezifischer Ausbau)
Finale Ausgestaltung der Mietbereiche für z.B.

  • Gewerbe/ Handwerk im Erdgeschoss (Vorteil: befahrbar mit Kleintransportern über 2 Sektionaltore,
  • Büros/ Seminarräume im 1. OG,
  • Ausstellungen/ Archive im 2. OG.

Herrichtung an den Saal angrenzender Räume für

  • Catering,
  • Sanitärbereiche für Personal,
  • Technikräume,
  • Lagerflächen.

Energetische Ertüchtigung

  • Besonderes Augenmerk wird auf die energetische Ertüchtigung der unterschiedlichen Nutzungsbereiche zu legen sein, z.B.
  • Inhouse-Module im Eiermann-Teil,
  • Fensteraufdopplungen im Schneider-Teil,
  • angepasste Heizungsvarianten
  • Be- und Entlüftung sowie Klimatisierung.