Ausgangssituation

Die GESA mbH ist Eigentümerin von Flächen, auf denen sich das sog. Rotschlamm-Restloch Heide V mit einer Fläche von rd. 40 ha befindet, ein auflässiger Braunkohletagebau in der Region Lauta/Hosena. In den siebziger und achtziger Jahren erfolgte durch die früheren Aluminiumwerke Lauta eine genehmigte Einspülung von Rotschlamm in das Restloch Heide V. Bis Anfang der neunziger Jahre fand eine permanente Wasserableitung vom Restloch Heide V in das benachbarte Restloch Heide VI statt, ebenfalls ein auflässiger Braunkohlebergbau im Eigentum der LMBV. 

Die Einstellung des Wasseraustausches zwischen beiden Restlöchern und insbesondere die überdurchschnittlich hohen Niederschläge der vergangenen Jahre in dieser Region haben zu einem sehr hohen Wasserstand im Restloch Heide V geführt. Daraus resultieren Gefahren für die Standsicherheit und Stabilität des zwischen beiden Restlöchern befindlichen sog. Trenndammes, welcher bisher noch nicht stabilisiert wurde.

Beide Restlöcher schneidet mehrfach die Landesgrenze Brandenburg und Sachsen (s. Abb.). Insoweit haben die jeweils verantwortlichen Landesbehörden Maßnahmen zur Gewährleistung der öffentlichen Sicherheit der Restlöcher angeordnet, um der Gefahr der Instabilität des Trenndamms zu begegnen.

Während die LMBV mit der Errichtung eines zusätzlichen Sicherungsdamms in Heide VI beauflagt wurde, hatte die GESA die angeordnete Wasserspiegelabsenkung im Restloch Heide V auf ein Niveau von mindestens 128,0 m NHN zu realisieren. Die Absenkung wurde im Vorfeld im Rahmen der Anhörung mit dem Land Brandenburg und der Stadt Senftenberg  abgestimmt. Die eigentliche Absenkung erfolgte zwischen Ende August 2013 bis Ende Februar 2014. Dadurch wurde der Druck auf den Trenndamm verringert. Die Wasserüberleitung ist bis zur Fertigstellung der geotechnischen Sicherungsmaßnahmen des Trenndamms befristet.

In Umsetzung der Anordnung wurden von der GESA im genannten Zeitraum ca. 420 Tm3 Wasser in das Restloch Heide VI übergeleitet.

Hierzu hatte die GESA ein umfangreiches Messstellennetz errichtet, um auf mögliche Veränderungen der Wasserbeschaffenheit in Heide VI und dessen oberflächigen Abfluss schnell zu reagieren. Einzelne Daten konnten während der aktiven Überleitung ständig von den beteiligten Behörden abgerufen werden.   

Es erfolgten bisher über 1,5 Jahre  Nachuntersuchungen in Heide VI und im Abfluss.        

 

Physiko-chemische Aspekte der Wasserüberleitung

Das Wasser im Restloch Heide V ist technologisch bedingt stark basisch mit pH-Werten um 11; das Wasser im Restloch Heide VI dagegen bergbaubedingt stark sauer mit pH-Werten um 2,5. Das übergeleitete Wasser aus Heide V enthielt  zwischen 1,15 - 1,3 mg/L Arsen.

Durch die Überleitung des Wassers aus dem Restloch Heide V wurde der saure Charakter des Wassers in Heide VI verringert und - in Bezug auf den pH-Wert sowie einer damit einhergehenden Reduzierung der Eisenfracht - eine Verbesserung der Wasserqualität erreicht. Demgegenüber steht eine Verfrachtung von Arsen aus Heide V nach Heide VI. Aufgrund der in Heide VI bestehenden Pufferkapazität kam es nach den Untersuchungen zu einer nahezu vollständigen Arsen-Ausfällung (>98%). Auch die nachlaufenden Kontrollmessungen (s. Abb.) belegt, dass es zu keinem bedenklichen Anstieg des Arsengehaltes im Wasser von Heide VI gekommen ist und zukünftig auch keine Erhöhung zu erwarten ist. In Bezug auf  As wurde der zulässige Trinkwassergrenzwert nach der Trinkwasserverordnung (TVO) von 0,01 mg/L für gelöstes Arsen an allen Messtellen in Heide VI sowie im Abfluss nicht annähernd erreicht. Er liegt im Abfluss über eine Zehnerpotenz darunter.

In den beigefügten Grafiken werden die dsbzgl. gemessenen Arsenkonzentrationen sowie weiterer Parameter im oberirdischen Auslaufbereich von Heide VI (M 10) dargestellt.  

 

 Ausblick

Die Untersuchungen der Wasserqualität in Heide VI und in dessen Abfluss entsprachen den Prognosen und sind auch nach über 2 Jahren unbedenklich - auch in Bezug auf Arsen. Die Eisenfracht (Verockerungspotenzial) im Ablauf konnte dadurch zeitweise nahezu um 75% des Ausgangswertes gesenkt werden (s. Abb.).

Der geforderte Wasserstand im Restloch Heide V  wurde Mitte Februar 2014 erreicht, so dass die Überleitung seitdem eingestellt ist. In Abhängigkeit der Wasserstandsentwicklung in Heide V wird zukünftig - bis zur Fertigstellung der geotechnischen Sicherungen des Trenndammes (Mitte/Ende 2016) - im Bedarfsfall nur eine temporäre Wasserüberleitung erfolgen. Die Wasserstandentwicklung bis 10/2015 lässt hierfür kein Erfordernis erkennen.