Verwildertes Grundstück in Neupetershain soll in Ordnung gebracht und verkauft werden
– Autor: Uwe Hegewald Lausitzer Rundschau (2009)
In der Neupetershainer Hauptstraße sorgt ein kleiner Wegweiser für Schmunzeln: Nordpol 4275 km, Sahara 3350 km, Welzow 1980 Meter steht darauf. Ein Kreis von Neupetershainern empfiehlt, die Hinweistafel mit der Aufschrift "Urwald 120 Meter" zu ergänzen. Seit neun Jahren sorgt ein verwildertes Grundstück bei Anrainern für Verärgerung. Jetzt ist eine Beseitigung des Zustandes in Sicht.
Für Alfred Hanetzog ist es fast zur gewohnten Aufgabe geworden, den Wildwuchs zurückzuschneiden, der in sein Grundstück ragt. "In diesem Jahr ist es aufgrund der Witterung besonders schlimm", sagt er. Zusehends verwildert das Nachbargrundstück an der Ecke Spremberger Straße/Schulstraße. Das Laub von dort emporschießenden Bäumen zeigt schon jetzt, dass im Herbst keine Langeweile aufkommen wird. Die Antenne auf dem Dach droht herunterzufallen, die meterhohen Birken könnten sie vielleicht noch abfangen. "Was ist, wenn sich die Antenne in Richtung Spremberger Straße verabschiedet?", fragt Alfred Hanetzog. Diese Sorge teilt auch Familie Berger, deren Grundstück ebenfalls an dieses Anwesen grenzt.
"Wir haben den Eingang zum Gelände wiederholt gesichert, um das Betreten zu verhindern und auszuschließen, dass der Hof weiter als wilde Müllhalde benutzt wird", sagt Joachim Berger. Eine Entscheidung sei überfällig, zumal sich eine Schmuddelecke an der Spremberger Straße, die momentan eine Komplettsanierung erhält, negativ auf das Ortsbild auswirke. Wer zahlt fällige Anliegerbeiträge, wer kommt für Grundstückssteuern, Straßen- und Winterdienstabgaben auf und wer wird später die Pflege des Grünstreifens zwischen Fußgängerweg und Grundstück übernehmen?, fragen sich Neupetershainer. "Wir finden bei Gemeindevertretern zwar ein offenes Ohr, zufriedenstellende Antworten blieben jedoch bisher aus", so Alfred Hanetzog.
Wie das Altdöberner Ordnungsamt informiert, befindet sich das 876 Quadratmeter große Grundstück im Besitz der Gesellschaft zur Entwicklung und Sanierung von Altlasten mbH (GESA). Das mittelbare Bundesunternehmen ist spezialisiert auf die Durchführung von Sanierungsmaßnahmen auf problembehafteten Grundstücken im Eigenbestand. Wie GESA-Sprecherin Gudrun Finger auf RUNDSCHAU-Anfrage mitteilt, sei es zutreffend, dass sich ehemalige Industrieanlagen (Glaswerke) und weitere Wohnhäuser auf Grundstücken der GESA in Neupetershain befinden, seit Dezember 2007 auch das Anwesen an der Ecke Spremberger Straße/Schulstraße. "Die Planungsprozesse im Hinblick auf die Beräumung und Sanierung dieser Altstandorte sind allerdings noch nicht abgeschlossen", informiert Gudrun Finger. Für das verwaiste Grundstück und das leer stehende Wohnhaus in Nachbarschaft der Familien Berger und Alfred Hanetzog werde derzeit die Vermarktung vorbereitet und der Verkauf für das 4. Quartal 2009 geplant. Wie die Geschäftsstelle der GESA in Berlin mitteilt, können sich Interessenten in diesem Zusammenhang auch direkt an das Unternehmen wenden (Telefon: 030/2451 3182).