– Autor: André Wirsing Märkische Allgemeine (2009)

Die Platte ist weg - nicht nur in oder auf dem Görden werden es immer weniger. Auch von dem Werk, in dem die Platten für den "komplexen Wohnungsbau" der DDR vorgefertigt wurden, ist (fast) nichts mehr zu sehen.

Die Gesellschaft zur Entwicklung und Sanierung von Altstandorten Gesa ist eine Tochter der BvS, ein Bundesunternehmen, das sich um Flächen und Immobilien kümmert, die zum Abriss stehen, die mit Altlasten verseucht sind oder bei denen die Vermögensverhältnisse unklar blieben. Vor genau zwei Jahren erwarb die Gesa das rund 14 Hektar große Betriebsgelände des Fertigteilwerkes - und machte es platt. Bis auf eine vermietete Halle ist nichts mehr vom DDR-Betrieb zu sehen. 200.000 Kubikmeter umbauter Raum wurden abgerissen. Gesa-Geologe Bernd Poetsch macht die Dimension der Schuttmassen am Beispiel deutlich. "Das ist ein Quader so groß wie ein Fußballfeld mal 2,40 Meter Höhe." Hinzu kam eine Tiefenenttrümmerung - Ausbau von Fundamenten - so dass am Ende 35.000 Kubikmeter Betonschutt blieben. Ein Teil davon wurde wieder zum Befestigen der Flächen verwendet, zudem bewegten die Planierbagger 3.000 Kubikmeter Erde, um Geländeunterschiede auszugleichen.

Mit jeweils 20 ABM-Beschäftigten wurde das Riesen-Areal in zwei Abschnitten beräumt und verkaufsfein gemacht - das Ganze kostete eine Million Euro. "Nebenbei" entsorgten die ABM-ler eine 4.000 Kubikmeter große Müllkippe. "Da stecken 30 Jahre Betriebsabfallgeschichte drin", so Poetsch.

Gesa-Chef Claus-Peter Pietras sieht Vermarktungschancen für das Areal, das derzeit eher einem gigantischen Parkplatz gleicht. "Es ist nah an der Stadt, ist mit Bundesstraße 102, Eisenbahn, Silokanal und allen nötigen Leitungen hervorragend erschlossen." Die 140.000 Quadratmeter sollen nicht klein parzelliert, sondern in großen Stücken abgegeben werden. Kleinere Flächen gebe es genügend in der Stadt, denen wolle man keine Konkurrenz machen. "Die Konjunktur hat sich etwas abgekühlt, aber wir schielen nun nicht auf Monate, sondern können auch eineinhalb Jahre abwarten. Wir wollen rechtzeitig im Wettbewerb da sein."

Ums Vermarkten kümmert sich Martina Politzer. Anfragen gebe es bereits, aber die Interessenten wollen nur bis zu 3.000 Quadratmeter. Mit Hilfe der städtischen Wirtschaftsförderung, auf Messen und mit Ausschreibungen soll nun nach potentiellen Interessenten gefahndet werden. Ein Hemmnis gibt es dabei allerdings. "Es ist ein gewerbliches und kein Industriegrundstück. Wir müssen Rücksicht nehmen auf Emissionen von Staub, Lärm oder Erschütterungen wegen des Wohngebietes auf der anderen Kanalseite."