Lausitzer Rundschau (2011 )

Cottbus wird gefährliche Altlast los

 

Cottbus Das alte Minol-Tanklager am Cottbuser Stadtring wird saniert. Rund eine Million Euro investieren Land und Bund, um den mit Öl verseuchten Boden auszutauschen. Dort sollen künftig neue Gewerbebetriebe entstehen.

Das Erbe, das auf der rund 7000 Quadratmeter großen Fläche an der Kreuzung Stadtring/Merzdorfer Weg hinterlassen wurde, ist kreuzgefährlich. BTEX nennen die Fachleute die Abkürzung für die dort im Erdreich nachgewiesenen aromatischen Kohlenwasserstoffe Benzol, Toluol, Ethylbenzol und die Xylole. Sie können Leberschäden, chronische Nervenschäden und Krebs verursachen.

Schon seit einiger Zeit wurden deshalb Verhandlungen über eine Sanierung der Fläche geführt. „Es gab verschiedene Anläufe, doch meist gingen die Vorstellungen weit auseinander“, sagt Stefan Jakoby von der Gesellschaft zur Entwicklung und Sanierung von Altstandorten (Gesa). Vor zwei Jahren gab es dann den Durchbruch: Konzept und Finanzierung standen. Jetzt ist schweres Gerät aufgefahren worden.

Riesige Metallwaben werden in den kommenden Wochen in den Boden gerammt. Diese werden analog zum System von Bienenwaben dicht an dicht gesetzt. Ein Bagger zieht aus der Wabe die verseuchte Erde. Im nächsten Schritt wird dann der so entstandene Hohlraum wieder mit Austauscherde aufgefüllt.

360 Waben sollen so in den kommenden drei Monaten in die Erde gestanzt werden. „Wir tauschen rund 4000 Kubikmeter Boden aus“, sagt Stefan Jakoby. Schließlich sollen noch die Schadstoffe im Grundwasser abgeschöpft werden. Laut Jakoby wird die Sanierung rund 15 Monate dauern. „Anschließend gibt es noch ein Grundwassermonitoring für einen Zeitraum von mindestens fünf Jahren“, so der Gesa-Mitarbeiter.

Die Gesamtkosten in Höhe von rund einer Million Euro teilen sich der Bund (60 Prozent) und das Land (40 Prozent). Die Stadt konnte auch in diesem Fall das Förderprogramm der Altlastenfreistellung nutzen, sagt Umweltamtsleiter Thomas Bergner.

Für die in gut einem Jahr sanierte Fläche am Stadtring gibt es auch schon erste Interessenten. Dort könnten zum Beispiel Gewerbebetriebe wie in der unmittelbaren Nachbarschaft angesiedelt werden.

Das Tanklager wurde in den Jahren 1928/29 erbaut und bis 1945 durch die Firmen Shell, Esso und Aral betrieben. Um 1950 wurde es wieder aufgebaut. In der Folgezeit gab es verschiedene Betreiber. 1964 wurde das Tanklager rekonstruiert und modernisiert. Ende 1993 gab es das endgültige Aus. Das Tanklager wurde stillgelegt. Nach 1995 wurden die Tankanlagen größtenteils demontiert.