Im Oktober sind die Arbeiten auf der ehemaligen Deponie abgeschlossen – Für 500 000 Euro wird Halde der Faserplatte rekultiviert
Volksstimme.de (2010)
Auf der ehemaligen Deponie am Rande von Tangermünde in Richtung Langensalzwedel wird seit Wochen gearbeitet. Was dort genau passiert, wollte Stadtrat Jörg Jensen (CDU) während der jüngsten Ratssitzung wissen. Die Antwort der Verwaltung: Schulterzucken. Für die Volksstimme sprach Anke Hoffmeister jetzt mit Gudrun Finger von der Gesellschaft zur Entwicklung und Sanierung von Altstandorten mit Sitz in Berlin.
Volksstimme: Frau Finger, wem gehört das Grundstück am Stadtrand von Tangermünde?
Gudrun Finger: Es befindet sich seit dem 1. Januar 2009 im Besitz unserer Gesellschaft, und die dazugehörigen Flurstücke umfassen eine Fläche von etwa 3,5 Hektar.
Volksstimme: Was ist das für eine Deponie? Wer hat hier wann was gelagert?
Finger: Die Deponie DekorSpan Tangermünde wurde seit 1962 durch den VEB Faser- und Spanplattenwerk Tangermünde als Betriebsdeponie zur Ablagerung von Abfallstoffen genutzt. Die Einbringung von betriebseigenen Abfällen erfolgte bis zur Betriebseinstellung im Jahre 1992. Auf der Deponiefläche wurden unter anderem Abfälle aus der Faserplattenproduktion, Bauschutt, Hausmüll und Aschen abgelagert.
Volksstimme: Was wird zurzeit auf der ehemaligen Deponie gemacht?
Finger: Nach dem sogenannten Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetz war hinsichtlich der Schließung der Deponie die BSV Verwaltungsgesellschaft mbH i. L. verantwortlich. Nach Abschluss einer öffentlich-rechtlichen Vereinbarung zwischen der BSV, dem Landesverwaltungsamt Sachsen-Anhalt, dem Landkreis Stendal und der GESA vom 4. März 2008 übernahm unsere Gesellschaft die Verantwortlichkeit für die Rekultivierung und Nachsorge der Deponie DekorSpan Tangermünde.
Volksstimme: Wieviel und was für Erde wird bewegt, woher kommt sie?
Finger: Gemäß der behördlich bestätigten Planung wird am Standort der ehemaligen Betriebsdeponie DekorSpan Tangermünde nach Profilierung des Deponiekörpers eine Oberflächenabdeckung aufgebracht. Diese besteht aus einem 30 Zentimeter dicken humushaltigen Kulturboden, einem Oberboden mit einer Schichtdicke von mindestens 45 Zentimetern und einem Unterboden mit einer Schichtdicke von mindestens 25 Zentimetern. Das sind insgesamt fast 30 000 Kubikmeter Erde. Der Unterboden stammt im Wesentlichen vom Standort, das übrige Material muss zusätzlich angeliefert werden. Die Erdarbeiten erfolgen gemäß festgelegtem Bauzeitenplan und werden voraussichtlich im Oktober abgeschlossen sein.
Volksstimme: Wird die ehemalige Deponie in irgendeiner Form begrünt?
Finger: Im Nachgang zur eigentlichen Sanierung werden am Standort Begrünungsmaßnahmen durchgeführt. Eine flächendeckende Rasensaat auf der gesamten abgedeckten Deponie ist vorsehen.
Volksstimme: Wie hoch sind die Kosten dieser Maßnahme?
Finger: Die zu erwartenden Gesamtkosten der Rekultivierung und Nachsorge belaufen sich auf etwa 500 000 Euro.
Volksstimme: Was ist das Ziel dieser Arbeiten?
Finger: Ziel ist die Wiederherstellung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung. Nach Abschluss der Rekultivierung werden auch Überlegungen für eine geeignete Nachnutzung anzustellen sein.