– Autor: Heiko Wigrim mz-web.de Mitteldeutsche Zeitung (2008)

Bagger rücken der alten Eisengießerei zu Leibe -
Neuer Eigentümer lässt Gelände am Bernburger Bahnhof vollständig sanieren


Bernburg/MZ. Im Bernburger Rathaus herrscht große Freude. "Wir sind richtig glücklich. Einer der spektakulärsten Schandflecke in Bernburg wird verschwinden", kündigte Dezernent Holger Dittrich an. Die ersten Bagger stehen auf dem Gelände der alten Eisengießerei gleich neben dem Bahnhof. "Innerhalb der nächsten acht Monate wird das rund zweieinhalb Hektar große Gelände beräumt, die Altlasten werden vollständig aus dem Boden entfernt und die Gebäude werden zurückgebaut."

Lange habe es gedauert, bis endlich eine Lösung für die alte Industriebrache gefunden worden sei, meinte Diettrich. "Im Rahmen der Gefahrenabwehr war die Eisengießerei ein ganz wunder Punkt." Einmal wegen der Altlastensituation (Chemikalien), zum anderen hätten sich dort Personen herumgetrieben, die man nicht haben wollte. Zudem habe es akute Verletzungsgefahr für spielende Kinder gegeben. Mehrfach habe es dort gebrannt. Die Stadt sei immer an einer Sanierung interessiert gewesen, so Diettrich. Die Eisengießerei wurde nisher von einem Liquidator verwaltet.

Ende 2006 wurde das nicht privatisierungsfähige Grundstück der Gesellschaft zur Entwicklung und Sanierung von Altstandorten mbH (GESA) per Vermögenszuordnung übertragen, erklärte GESA-Mitarbeiter Boris Tschapek. Die GESA ist eine Tochter der Bundesanstalt für vermögensbedingte Sonderaufgaben (BvS). "Die äußerst maroden Gebäude und baulichen Anlagen werden vollständig zurückgebaut und die dabei anfallenden Abfälle einer ordnungsgemäßen und nachweispflichtigenEntsorgung zugeführt", so Tschapek. Da auch eine Tiefenentrümmerung durchgeführt wird, stehe einer Nachnutzung oder Neuansiedlung nichts im Wege.

Mittel- und langfristig sei an eine Verwertung der Freifläche gedacht, so Diettrich. Die Stadt habe dazu Ihre Unterstützung bei der Planung angeboten. "Die Planungen der Stadt werden einer Verwertung des Grundstückes nicht diametral entgegen stehen. Außer großflächigem Einzelhandel ist dort eigentlich alles möglich.

Bauleiter vor Ort ist Tobias Ruppert. Die Ruppert GmbH & Co. KG wurde von der GESA mit den Sanierungsarbeiten beuatragt. "Wir werden zunächst das Gelände und den Bewuchs wegnehmen."